Achten Sie darauf, dass es keine reine Spielschule ist. In jeder Übungsstunde sollten immer wieder kurze Phasen eingebaut werden, während denen Ihr Welpe spielerisch die ersten Kommandos und vor allem der Besitzer/die Besitzerin den richtigen Umgang mit dem Hund erlernt.
Während jeder Übungsstunde muss von dem Ausbilder/der Ausbilderin viel Hintergrundwissen über Hunde vermittelt werden. Besonders wichtig sind dabei: Verknüpfungszeiträume, Motivation, Reaktionen wie Übersprunghandlungen, Ausdrucksverhalten, Kommunikation zwischen Hunden, Körpersprache des Menschen u.v.m.
Sie müssen die Gelegenheit haben, Fragen zu stellen und vor allem eine ausführliche, verständliche Antwort darauf erhalten. Ihr Trainer muss auch ausserhalb der Gruppenstunde erreichbar sein, denn gerade bei einem Welpen ist es häufig so, dass man nicht weiss, was man in einer bestimmten Situation tun soll und nicht eine Woche lang auf die nächste Stunde warten kann.
Nehmen Sie als Besucher, am besten ohne Ihrem Welpen, an einem Training mit Junghunden teil. Gerade in der Flegelzeit der Hunde setzen viele Ausbilder aus Hilflosigkeit oder Unvermögen unnötige Härte oder Gewalt ein. Sehen Sie so etwas, dann können Sie davon ausgehen, dass auch in der Welpenstunde kein Profi am Werk ist. Ebenfalls meiden sollten Sie die Hundeschule wenn Sie dort einen Hund mit Stachelhalsband sehen. Dies zeigt die Unfähigkeit der Ausbilder am deutlichsten.
Auch wenn Sie bis zu Ihrer Hundeschule eine Fahrtzeit von 1 Stunde in Kauf nehmen müssen - von der Zeit, die Sie jetzt in den Hund investieren, profitieren Sie jahrelang.
Beissen Sie in den saueren Apfel und rechnen Sie bei einem wirklichen Profi mit ca. 40 Euro Beitrag pro Monat. Machen Sie sich klar, dass ein guter Ausbilder/eine gute Ausbilderin viel Zeit und Geld in seine Ausbildung investiert hat und immer noch tut. (Wenn ich ein kynologisches Wochenendseminar besuche, sind mit Fahrt, Eintritt, Übernachtung und Essen locker mal 300 - 600 Euro weg und manchmal reichen die nicht mal). Allerdings sollten Sie sich vergewissern, welche Ausbildung Ihr Trainer tatsächlich hat - hinterfragen Sie genau, das ist Ihr gutes Recht.
Und nun noch Streitpunkte was ist gut und was ist schlecht?
Ab wann nimmt eine gute Hundeschule Welpen auf? Hier scheiden sich die Geister. In den meisten Hundeschulen ist eine Teilnahme an einer Welpenschule erst dann möglich, wenn der Hund komplett durchgeimpft ist, also mit ca. 12 Wochen. Meine jüngsten Hundemitglieder sind 6 Wochen alt. Kritiker halten mir oft entgegen, dass so ein Hundchen noch nicht teilnehmen dürfte weil es noch nicht durchgeimpft ist. Ich lasse sie dennoch teilnehmen. Begründung: Erstens hat ein ganz kleines Welpi noch Abwehrstoffe der Mutter. Zweitens sind alle anwesenden älteren Welpen geimpft und daher kann der Kleine sich hier kaum mit etwas Gefährlichen anstecken. Drittens muss das Welpchen eh auf irgend eine Wiese um sein Geschäft zu erledigen, da kann es sich genauso leicht mit einer Krankheit anstecken. Und nun mein Hauptargument: Gerade für ein Hundchen, das so früh abgegeben wird, sind Sozialkontakte zu anderen Hunden ein absolutes Muss! Hier muss man einfach abwägen was wichtiger ist: ein Leben lang einen Hund mit Prägungsdefiziten haben oder das geringe Risiko einzugehen, dass der Hund krank wird.
Wo sollte das Training stattfinden? Auch hier herrscht Uneinigkeit. Meiner Meinung nach ist ein fester, eingezäunter Platz nicht geeignet, um Hunde zu Familienhunden zu erziehen. Begründung: Erstens wissen Hunde sehr schnell, dass auf diesem Gelände "Zucht und Ordnung herrscht". Ich kenne zahlreiche Hunde, die auf dem Hundeplatz diverse Prüfungen mit Bravour bestanden haben, die aber ausserhalb dieses Platzes ihren Besitzer an der Leine hinter sich her ziehen, andere Hunde anfeinden usw. Dieses "Platzdenken" entsteht sehr schnell in einem Hund. Zweitens ist ein fester Platz sehr schnell von Wurmeiern und anderen Parasiten verseucht. Beim ausgewachsenen Hund kann man ja noch dafür sorgen, dass er ausserhalb des Platzes sein Geschäft verrichtet hat. Aber gerade bei Welpen kann man danach gehen, dass es ihnen vor lauter Aufregung sehr schnell mal "den Magen durchhaut". Und nicht alle Welpen sind schon komplett entwurmt oder haben sich gerade erst wieder irgendwo Würmer geholt. (Sie fressen halt noch jeden Dreck.) Drittens gibt es auf einem eingezäunten Platz keine unverhoffte Ablenkung. Bei wechselnden Orten kommt mal ein Jogger, ein Fahrradfahrer, ein Spaziergänger, ein fremder Hund usw. vorbei. Und genau das sind ja die Situationen, unter denen der Hund dann hören soll. Wie soll er solche Situationen beherrschen wenn sie nicht üben kann?
Ich kann nur von mir ausgehen - ich trainiere an wechselnden Orten, mitten im Wald, auf Wiesen, an einem Weiher, auf Feldwegen und auch mal im Wohngebiet. Die Hunde meiner Gruppen hören früher oder später überall. Auf meinem eingezäunten Grundstück findet mal eine Grillparty mit Besitzern und Hunden statt aber Training - immer ausserhalb.