Mir fehlt das Verständnis...
Mir fehlt das Verständnis für Menschen, die mit ihrem Hund nicht zurechtkommen und diesen Hund dann als Problemhund bezeichnen. Wer verursacht die Probleme? Dem Hund sind sie nicht angeboren. Wann werden es die Menschen schaffen, sich selbst und nicht den Hund verantwortlich zu machen....
Mir fehlt das Verständnis für Menschen, die sich einen Hund kaufen, damit der sie lieben muss. Tut er das nicht mit dem gehörenden Eifer wird er im Tierheim abgegeben und ein anderer Hund angeschafft - mal schauen ob der mehr Liebe schenkt. Liebe und Respekt kann man nicht kaufen sondern muss man verdienen...
Mir fehlt das Verständnis für Menschen, die ihren Hund so sehr lieben, dass sie ihm den Stress einer Erziehung ersparen wollen. Ist der Hund dann ausgewachsen, ziehen sie ihm bedenkenlos ein Stachelhalsband an weil sie ihn nicht mehr halten können. Wie kann ich die Liebe eines solchen Menschen ernst nehmen....
Mir fehlt das Verständnis für Menschen, die ihrem Hund Sozialkontakte zu anderen Hunden verwehren weil sie Angst haben, es könnte ihm etwas passieren. Wissen sie nicht, dass die meisten Unfälle gerade mit den Hunden geschehen, die nie gelernt haben, sich zu unterwerfen und Unterwerfung zu akzeptieren...
Mir fehlt das Verständnis für Menschen, die ihren Hund mit Härte abrichten, ihm mit Stachelhalsband und Teletakt den nötigen Respekt abverlangen. Wissen die nicht, dass ein Hund dann nur aus Angst vor Schmerzen gehorcht? Ein echter Chef regiert nicht mit Gewalt und Tyrannei sondern führt mit Souveränität...
Mir fehlt das Verständnis für Menschen, die immer von Hundeerziehung sprechen. Wir Menschen sind doch diejenigen, die sich so viel auf unsere Intelligenz einbilden. Dennoch erwarten wir von unserem Hund, dass er unsere Menschenart versteht und lernt. Wann erkennen wir, dass wir diejenigen sein müssen, die erzogen werden und den richtigen Umgang mit dem Hund lernen müssen...
Mir fehlt das Verständnis für Menschen, die ihren Hund vermenschlichen und dann enttäuscht sind, wenn das arme Tier dann doch nur wie ein Hund reagiert. Wir sind eben mal zwei ganz verschiedene Spezies und selbst mit dem besten Willen wird es ein Hund niemals schaffen, wie ein Mensch zu denken und zu handeln. Gott sei Dank ist das so, denn sonst wäre er nicht mehr lange der „beste Freund des Menschen“...
Mir fehlt das Verständnis für Menschen, die sich anmassen über Leben und Tod eines Hundes zu entscheiden, nur weil er einer bestimmten Rasse angehört. Ohne weiteren Kommentar...
Mir fehlt das Verständnis für Menschen, die einen Hund zu sich nehmen, ohne überhaupt zu wissen, um welchen Typ Hund es sich dabei handelt und welche Bedürfnisse ein Hund überhaupt hat. Ich kenne einige Besitzer, die erst von mir erfahren haben, dass aus dem goldigen, wuscheligen Wollknäuel demnächst ein Herdenschutzhund wird oder dass ein Windhund wohl „etwas mehr“ Auslauf bräuchte als eine Zwergrasse...
Mir fehlt das Verständnis für alle sogenannten Ausbilder, die Menschen und ihre Hunde entweder mitleidig belächeln oder sogar wie den letzten Dreck behandeln, nur weil der Hund einer Rasse angehört, die nicht der - „auf dem Platz üblichen“ - angehört oder weil das Hund-Halter-Verhältnis schon so weit gestört ist, dass eine schnelle Korrektur nicht möglich ist.
Mir fehlt das Verständnis dafür, dass so viele Menschen sich überhaupt Hundetrainer oder Hundeausbilder nennen dürfen wenn sie nicht in der Lage sind, mit einem Hund ohne Stachelhalsband oder noch Schlimmeren zu arbeiten.
Mir fehlt das Verständnis dafür, dass die wenigsten Hundeausbilder jemals auf den Gedanken gekommen sind, dass 90% der Hundeerziehung aus Unterweisung, Information und Aufklärung der Hundehalter/innen besteht. Nicht der Hund sondern der Besitzer/die Besitzerin muss in die Hundeschule gehen!!!
Mir fehlt das Verständnis.....