Dumme Hunde - Intelligente Hunde????
Immer mehr Intelligenztests für Hunde lassen so manchen Hundebesitzer vor Scham erröten sein geliebter Wuffi ist laut Statistik nichts weiter als ein dummer Köter. Schande bei den Afghanenbesitzern, Stolz wer einen Pudel hat!
Was ist jetzt aber wirklich los mit dem IQ der Hunde? Die meisten Intelligenztests beschränken sich auf das Umdrehen von Eimern wenn ein Leckerchen darunter versteckt ist, wie lange ein Hund braucht um sich aus einem Betttuch zu befreien usw. Ist das Intelligenz? Mein Zippelchen wickelt sich genüsslich weiter in das Laken ein, grunzt zufrieden und legt sich „gut betucht“ zum Schlafen. Ist sie deshalb doof??? Keine Punkte beim Test keine Intelligenz???
Woher nehme ich die Überheblichkeit, meinem Hund eine Leistung als Zeichen von Intelligenz abzuverlangen wenn ich nicht einmal weiss aus welchem Blickwinkel mein Hund dieses Sache betrachtet?
Ich denke dabei immer an den Fall eines Afghanenbesitzers. Es ging in einem Intelligenztest u.a. darum, dass ein intelligenter Hund einen weggeworfenen Gegenstand direkt wieder zum Besitzer zurückbringt während ein weniger intelligenter Hund dies mühselig lernen müsse. Der Besitzer schrieb zur Ehrenrettung seines Hundes sinngemäß: „mein Hund ist so intelligent, dass er weiß, dass ich nichts wegwerfen würde was ich noch brauche weshalb sollte er es also wieder bringen?“
O.K. lassen wir jetzt mal die ganze Messerei beiseite. Sich gar nicht mit dem Denkvermögen unserer Hunde zu befassen wäre aber auch sehr ignorant. Daher mal eine ganz andere Sichtweise:
Intelligenz zeigt sich sehr stark in der Fähigkeit, Probleme zu lösen. Da stellt sich für mich die Frage: Bei welchen Gelegenheiten hat unser Hund überhaupt noch Gelegenheit dazu? Während sich Wildhunde tagtäglich im Überlebenskampf mit neuen Situationen auseinandersetzen müssen hat unser Hund ein stabiles Umfeld in dem er gar keine Möglichkeit mehr hat, Probleme zu lösen.
Betrachten wir doch einen Hundealltag: Bevor Herrchen/Frauchen nicht aufgestanden ist tut sich nichts. Kurzer Pipimachspaziergang an der Leine und wieder ab in die Wohnung. Gute Hundebesitzer haben dort Spielzeug und Kauknochen verteilt damit sich der Hund beschäftigen kann während sein Mensch das Geld fürs Futter verdient. Nachmittags oder abends dann der „große Spaziergang“. Ohhhh was bieten wir unserem Hund??? Wenn’s ein glücklicher Hund ist darf er mit Artgenossen spielen bis er müde ist, ansonsten wird er um mindestens 25 Ecken gezogen damit er sein „Laufpensum“ erfüllen kann. Ein guter Tip: Ein paar Kilometer kann man sich sparen wenn das Bällchen 10000 Mal einen Hang runter geworfen wird und Hund es holen darf. (siehe Intelligenztest für Hunde???) Gewissenhafte Besitzer verlangen während des Spaziergangs auch noch abwechselnd sitz, platz und fuß damit der Hund seine Kommandos nicht vergisst. Geschafft kommt das Herrchen heim, der Hund....? Er darf sich dann im Kreis der Familie neben die Couch legen und seine Menschen beim Fernsehschauen beobachten. Noch mal kurz Pipimachen und dann ab schlafen gehen. So sieht’s doch wohl bei ??% der Hunde aus.
Beim Menschen ist es wissenschaftlich erwiesen, dass Denkfähigkeit, Intelligenz oder wie man das auch nennen will, verkümmert bzw. sich gar nicht erst ausbildet wenn das Gehirn nicht ständig gefordert wird. Beim Hund macht man sich keine Gedanken darüber. Selbst das Highlight der Woche der Besuch des Hundeplatzes was muss der Hund hier denken? Welche Probleme muss er meistern? Einziges Problem für den Hund ist es zu verstehen, was Mensch mit einem bestimmten Wort meint. Hat er dies erst mal kapiert dann kommt das nächste Wort dran. Diese Wörter (Kommandos) werden ihm dann in wechselnder Reihenfolge (oooh, welche Abwechslung) abverlangt. Das war’s.
Unser Hund ist nichts weiter als ein Befehlsempfänger und je nachdem wie viel geübt wurde, desto besser führt er seine Befehle aus. Dieses stumpfsinnige Auswendiglernen ist z.B. beim Üben für die BH gut zu sehen: Der Hundeführer geht eine bestimmte Anzahl von Schritten vorwärts und dann Kommando „sitz“. Was passiert wenn der Mensch sich verzählt? Mensch geht noch einen Schritt weiter, Hund sitz schon!!! Intelligenzleistung für den Hund! Bravo!!!
Macht mal selbst den Test mit Euerem Hund: Zeigt ihm „das Höchste aller Güter“ (Bällchen, Lyoner, stinkenden Trockenfisch usw.), macht ihm so richtig die Nase damit lang und haltet diesen Gegenstand dann plötzlich in Brusthöhe vor Euch. Ihr bleibt bewegungslos stehen und wartet mal ab. Was passiert? Der „normale“ (verdummte Befehlsempfänger) Hund wird sich direkt ins „sitz“ begeben weil sich das bei einem Leckerchen so gehört. Ihr bleibt weiterhin bewegungslos stehen und wartet. Beobachtet Eueren Hund unauffällig was macht er? Kommt er auf die Idee, Euch verschiedene Verhaltensweisen anzubieten um den begehrten Gegenstand zu bekommen? Wechselt er von sich aus ins „platz“, geht er versuchsweise mal in die „fuß-Position“, versucht er es mit einem „gib laut“, bringt er ein Spielzeug zum Tausch usw. usf. Oder fängt er frustriert an zu miefern und geht dann lustlos weg?
Fazit: Solange wir unseren Hund als Befehlsempfänger jegliches Denken abnehmen grenzt es an überhebliche Aufgeblasenheit, die Intelligenz unserer Hunde messen zu wollen!