Angstgeruch - Eine Hypothese

Seit ich zurückdenken kann, ist es eine absolut feststehende Meinung sowohl bei Laien als auch bei den Fachleuten, dass ein Hund den Geruch der Angst beim Menschen sofort erkennt und auch mit verändertem Verhalten darauf reagiert. Grundlage für diese, bisher allgemein akzeptierte Behauptung, waren jedoch niemals exakte wissenschaftliche Messungen sondern lediglich Beobachtungen und mehr oder weniger „Überlieferungen“.

Mit dieser „Tatsache“ wurde dann auch erklärt, dass ein ängstlicher Mensch viel häufiger von Hunden belästigt, angefeindet oder sogar gebissen wird als ein Mensch, der einem Hund offen gegenüber tritt.

Ich stelle nun eine gegenläufige Hyothese auf: ich behaupte:

Ein Hund weiss nur anhand des Geruchs nicht, ob ein, ihm fremder Mensch, Angst hat oder nicht.

Wissenschaftlich beweisen kann ich das natürlich nicht. Ich gehe lediglich von meinen eigenen Beobachtungen aus:
Bei meiner Arbeit mit Hunden gibt es immer wieder Situationen wo ich regelrecht in Angstschweiss gebadet bin. Dennoch reagieren die Hunde in solchen Fällen nicht anders auf mich, d.h. sie zeigen keine Änderung im Imponier- oder Aggressionsverhalten.

Das ist in meinen Augen ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass ich meinen Angstgeruch total durch meine Körpersprache überlagern kann.

Versuch einer Erklärung:

  1. Ein Hund besitzt sehr wenig Schweissdrüsen. Daher dürfte bei einer Konfrontation zwischen Hund und Hund bzw. Hund und Mensch der Geruch nicht ausschlaggebend sein.
  2. Hunde reagieren untereinander und aufeinander durch kleinste Veränderungen der Körpersprache. Diese Veränderungen zeigen einem Hund schon auf eine gewisse Entfernung wie es um sein Gegenüber bestellt ist. Daher dürfte die optische Kommunikation bei Konfrontationen zwischen Menschen und Hunden einen wesentlich höheren Stellenwert haben als die olfaktorische Kommunikation.
  3. Und noch ein letzter Gedanke: Jeder Mensch hat einen anderen Individualgeruch. Ist es nicht wahrscheinlich, dass ein Hund zuerst den „Normalgeruch“ eines Menschen kennen muss, um eine Veränderung in Richtung Angst, Freude usw. wahrzunehmen.


Was haltet Ihr von meiner Hypothese? Wer hat ähnliche oder gegenläufige Beobachtungen gemacht? Wer kennt diesbezüglich wissenschaftliche Erkenntnisse? Hier wären mal die Biologen oder Chemiker gefragt aber auch all diejenigen, die intensiv mit fremden Hunden arbeiten...

Teilt mir Euere Erfahrungen oder Erkenntnisse bitte unter beta-dog@gmx.de mit.