Nach jahrelangem Üben und Trainieren mit meinen eigenen Hunden und den Hunden von Freunden und Bekannten begann ich mit einer intensiven Ausbildung.
- 2jährige Ausbildung zur Ausbilderin und Verhaltenstherapeutin für Hunde an der kynotherpeutischen Station Sonnenhof, Hassel
- 2jährige Arbeit als Co-Trainerin an der kynotherapeutischen Station Sonnenhof
- Arbeit als Verhaltenstherapeutin für Hunde seit 1996
- Leiterin der Hundeschule BETA DOG seit 1998
- Ständige Weiterbildung durch den Besuch von Seminaren, Lesen von Fachliteratur und regelmäßigem Erfahrungsaustausch mit Kollegen/Kolleginnen
- Arbeit als Sachverständige zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden seit 2000
- Ehrenamtliche Tätigkeit für verschiedene saarländische Tierheime
Zu 1.: 2jährige Ausbildung zur Ausbilderin und Verhaltenstherapeutin für Hunde an der kynotherpeutischen Station Sonnenhof, Hassel
Während meiner Ausbildung lag der Schwerpunkt auf folgenden Themen:
a) Hunde
- Evolution
stammesgeschichtliche Entwicklung der Hunde undHundeartigen
- Ökologie
Wechselbeziehung zw. Hunden und ihrer belebten u. unbelebten Umwelt
- Domestikation
Haustierwerdung des Hundes unter Berücksichtigung von natürlicher Selektion und Selektion durch den Menschen
- Ontogenese
Embryonalentwicklung, Entwicklung vom Welpen bis zum ausgewachsenen Hund, Vorgänge des Alterns und Verfalls
- Medizin
Erste Hilfe Kurs für Hunde; Schmerzen als Auslöser für Probleme; Rassedispositionen für bestimmte Krankheiten; die Ernährung des Hundes; Impfungen und deren Wirkungen
- Genetik
Genetik der Hundezucht; Vererbung von rassetypischen Eigenschaften besonders im Hinblick auf Angst sowie das Dominanz- und Aggressionsverhalten der Hunde
- Rassekunde
Die verschiedenen Hunderassen u. ihre typischen Verhaltensweisen; Einbeziehung der Besitzer Welche Typen von Menschen bevorzugen welche Hunderassen
- Soziale Kommunikation im Rudelverband
Rudelstruktur, Rangordnung; Ontogenese von Kommunikation u. Sozialverhalten; Kommunikation: optische Kommunikation, (das Ausdrucksverhalten, aktive und passive Unterwerfung, Imponieren, Defensivdrohen, Offensivdrohen, Spiel) akustische Kommunikation, olfaktorische Kommunikation, taktile Kommunikation
- Lernen und Lernmechanismen
Beeinflussung von Lernen, angeborenes Verhalten u. Lernen, Erworbene Lerndispositionen, rassespezifische Lerndispositionen, Sinnesphysiologie u. Lerndispositionen, Lernmechanismen (klassische und instrumentelle Konditionierung, bedingte Aversion, bedingte Appetenz, Habituation, bedingte Hemmung), Shaping, Intermittierende Verstärkung
- Ausbildungsmethoden und deren Hilfsmittel
Gebrauch von Leinen, Halsbänder, Brustgeschirr, Halti, Follow me, Wurfkette, Maulkorb etc., negativ bewertet: Teletaktgerät, Stachelhalsband, Gentledog
- Spezialausbildung
Spürhundeausbildung, Fährtensuchhundausbildung, Apportieren, Schutzhundeausbildung (=negativ bewertet), Jagdhundeausbildung, Begleit- und Familienhunde -ausbildung, Agility, Obedience
- Neue Ausbildungsmethoden
Disk Training, Click and treat, NILIF, Oberle, Dilday, Dogmaster, Tellington Touch u.ä.)
- Verhaltensbeobachtungen
Beobachtungen an freilebenden Hunderudeln der Eberhard Trumler Station; Erstellen von Ethogrammen nach der „MAF“ Methode (Merkmale, Auslöser, Folgen); Übertragung dieser Beobachtungen auf die Arbeit mit „meinen“ Hunden
- Verhaltenstherapie
Prägung und prägungsähnliche Lernvorgänge; Angst Ursachen und Abhilfe; inner- und intraspezifische Aggression (Dominanz-, Frustrations- , Angstaggression) Ursachen, Arten und Abhilfe; Trennungsproblematik; Zerstörungswut; Probleme bei der Sauberkeitserziehung; Sogenannte „Kampfhunde“ u. deren Problematik
- Arbeit mit Problemhunden
Erstellen einer Anamnese unter Einbeziehung der Hund Halter Beziehung; Einschätzen u. Beurteilen des Hundes und des Besitzers; Erstellen eines Therapieplans; Unterweisung und Unterstützung der Besitzer bei der Verhaltensänderung Wissen, daß die meisten Probleme des Hundes erst von den Menschen verursacht wurden u. deshalb der Ansatzpunkt eine Verhaltensänderung des Menschen ist.
b) Menschen
- Kommunikation
Rhetorik, Körpersprache des Menschen
- Motivationslagen
biologische und psychologische Theorien mit Schwerpunkt auf Maslow; Änderung der Motivationslagen über Compliance, Identifikation oder Internalisierung
- Einstellung
Erkennen, ob der Besitzer dem kognitven, affektiven oder emotionalen Typ zuzurechnen ist ; Änderung der Einstellung des Besitzers
- Gruppenarbeit
Gruppenbildung, Gruppenführung, Arbeit mit der Gruppe Probleme in der Gruppe, Problemlösungen
- Recht und Rat
Die Haftung des Tierhalters im BGB; die Verantwortung des Halters; das Tierschutzgesetz;
c) Mensch - Hund Beziehung
- Unterweisung, Information und Aufklärung der Hundehalter/innen
- Kommunikation zw. Mensch und Hund; Wie vermittele ich den Haltern den richtigen Umgang mit dem Hund
- Ursachen von Verhaltensstörungen des Hundes, die in der Persönlichkeit des Besitzers liegen; Erkennen von Verhaltensstörungen beim Menschen
Zu 2.: 2jährige Arbeit als Co-Trainerin an der kynotherapeutischen Station Sonnenhof
Zusammen mit meiner Kollegin Frau Stefanie Thome leitete ich auf der kynotherapeutischen Station Sonnenhof Welpengruppen in denen die jungen Hunde richtiges Sozialverhalten erlernten und auch Welpenfrüherziehung durchgeführt wurde. Schwerpunkt war die Unterrichtung der Besitzer über den richtigen, gewaltfreien Umgang mit dem Hund. Aus den Welpengruppen wurden Junghundegruppen und schließlich Erwachsenengruppen die ebenfalls unter unserer und später auch unter meiner alleinigen Leitung standen.
Zu 3.: Leiterin der Hundeschule BETA DOG seit 1998
Im Januar 1998 gründete ich meine eigene Hundeschule BETA DOG.
Zu 4.: Arbeit als Verhaltenstherapeutin für Hunde
Verhaltensänderungen bei problematischen Hunden unter Einbeziehung der Besitzer und deren eventuellen Problematiken ist eine der Hauptaufgaben von BETA DOG. Oberste Priorität hat hierbei der Schutz und die Sicherheit von Menschen und anderen Tieren.
Bei meiner Arbeit als Verhaltenstherapeutin stehe ich häufig mit dem behandelnden Tierarzt in Verbindung. Es muß gewährleistet sein, daß keine körperlichen Ursachen (Schmerz, Beeinträchtigung o.ä.) für eine Verhaltensauffälligkeit vorliegen. Des weiteren führe ich bei Bedarf eine medikamentenunterstützte Verhaltenstherapie (z.B. zeitlich begrenzte Gabe von Beruhigungsmitteln o.ä.) in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Tierarzt durch. Mittlerweile vermitteln zahlreiche Tierärzte im Saarland „nicht funktionierende“ Mensch-Hund-Gespanne an mich weiter. Außerdem verweisen auch Tierheim die zukünftigen Hundehalter mit nicht ganz einfachen Hunden zu mir.
Zu 5.: Ständige Weiterbildung durch den Besuch von Seminaren, Lesen von Fachliteratur und regelmäßiger Erfahrungsaustausch mit Kollegen/Kolleginnen
Schwerpunkt bei der Auswahl der angebotenen Seminare ist für mich das Aggressionsverhalten des Hundes. Ich vernachlässige jedoch auch mein „Steckenpferd“, die Humanpsychologie, nicht.
Seminare u.a. über:
- Gelernte Hilflosigkeit oder wie der Hund den Halter erzieht AnjaCarina Eisler
- Verhaltenstherapie: Das psychoanalytisches Modell Herbert Rätz
- Der Mensch als Beute Beatrice Stalter
- Als Tierarzt in Afghanistan die einheimischen Hunde Dr. Wolfram Rietschel
- Der Hund und seine Aggressionen Dr. Frank G. Wörner
- Die Wurzeln der Aggression des Hundes Prof. Dr. Helmut Hemmer
- Formen des Aggressionsverhaltens von Hunden Dr. Jutta Redlich
- Ernstkämpfe in einem Wolfsrudel Dr. Erich Klinghammer
- Der Hund Domestikation und Normalverhalten Dr, Christiane Quandt
- Aggressionsverhalten bei Diensthunden Notwendigkeit aggressiver Eigenschaften Thomas Baumann
- Die genetische Revolution der Geschichte des Hundes Dr. Helmut Hemmer
- Herdenschutzhunde Thomas Achim Schoke
- Die Genetik der Hunde Dipl. Bio. Joachim Leidhold
- Hunde auf der Couch Dr. Roger Mugford
- Lernverhalten und Lernphysiologie bei Wölfen und Haushunden Dr. Feddersen-Petersen
- Der Familienbegleithund im modernen Hausstand Günther Bloch
- Seminar über die Aggressionen des Hundes in Saarbrücken
- Seminar „Gefährliche Hunde“ in Eppelborn u.a. Frau Dr. Renate Jones-Baade
- Clickerseminar „Villa Kunterbunt“ mit Beiträgen von Martin Pietralla, Frau Dr. Ursula Bongengel uvm.
- Fachvortrag Feddersen-Petersen
Zu 6. Arbeit als Sachverständige zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden seit 2000
Zusammen mit meiner Kollegin Stefanie Thome, die gleichzeitig meine allerbeste Freundin ist und mit der ich auch meine Ausbildung an der kynotherapeutischen Station Sonnenhof gemacht habe, arbeiten wir mit den „Sogenannten“ eisern darauf hin, den Sachkundenachweis für das Saarland zu bestehen. Bisher haben alle „unsere“ Hunde sowie deren Besitzer mit Bravour bestanden. Darauf sind wir besonders stolz denn wir sind der Meinung, dass kein Hund der Welt es verdient hat, aufgrund einer Rassezugehörigkeit vorverurteilt zu werden.
Aus diesem Grund haben wir auch den saarländischen Tierheimen angeboten, ihre Hunde kostenlos durch den Sachkundenachweis zu führen. Dazu nehmen interessierte und engagierte Betreuer (kostenfrei) an unseren theoretischen Lehrgängen teil und arbeiten (ebenfalls kostenfrei) in unseren Hundegruppen so lange mit den entsprechenden Hunden bis auch die praktische Grundlage für eine erfolgreiche Sachkundeprüfung geschaffen ist. Großen Dank sage ich an dieser Stelle Frau Dr. Claudia Biewald, die sich bereit erklärt hat, „unsere“ Tierheimhunde kostenlos zu prüfen.
Aufgrund des bestandenen Sachkundenachweises konnte z.B. unser LUKAS, dem man vorher einen lebenslangen Tierheimaufenthalt prophezeit hatte, erfolgreich vermittelt werden. Wir hoffen, dass unsere Arbeit sich weiterhin positiv in steigenden Vermittlungszahlen der „Sogenannten“ zeigt und wären sehr froh wenn wir noch mehr „Ehrenamtliche“ finden würden, die die Zeit investieren würden, selbst und mit den betreuten Hunden den Sachkundenachweis abzulegen.
Zu 7. Ehrenamtliche Tätigkeit für verschiedene saarländische Tierheime
Tja, was soll ich dazu schreiben --- hauptsächlich kümmere ich mich um die „Sogenannten“ und versuche mit ihnen so zu arbeiten, dass sie bessere Vermittlungschancen haben. Dazu kommen dann aber auch alle anderen Rassen und Mischlinge, die nicht so ganz pflegeleicht sind. Schwerpunkt für mich ist die Anleitung an die und vor allem die Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Betreuern, denen ich an dieser Stelle ganz herzlich für ihren Einsatz danke.
Weiterhin stehen Einführungsgespräche mit den neuen Besitzern aber auch kostenlose Beratungsgespräche mit Menschen, die ihren Hund abgeben wollen, im Mittelpunkt. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich dadurch schon vielen Hunden das Tierheim ersparen konnte.