Können Tiere denken?
Eine "halb"wissenschaftliche Betrachtung
Für viele Menschen ist es so schwer, den Tieren ein Denken zuzugestehen, da alle Definitionen von Denken, Intelligenz usw. sich auf rein menschliches Verhalten beziehen.
Denken im menschlichem Sinn kennzeichnet sich durch aktive, verstandesmäßige und ordnungsstiftende Verarbeitung gegebener Informationen mit dem Ziel, Bedeutungen zu verstehen und Sinnzusammenhänge offen zu legen
Voraussetzung und zugleich wichtigstes Mittel des Denkens ist die Sprache, mit deren Hilfe Gesetzmäßigkeiten formuliert und Begriffe gebildet werden können, die den Prozeß des Denkens nachvollziehbar und seine logische Struktur und Folgerichtigkeit überprüfbar machen.
Ein Hund ist nicht in der Lage, ein bestimmtes Objekt (z.B. Auto) durch Sprache mitzuteilen. Seine Sprache bezieht sich auf Zustände, Bedürfnisse und Gefühle. Diese kann er allerdings recht deutlich ausdrücken und nicht nur seinen Artgenossen sondern auch uns Menschen mitteilen. Unter Berücksichtigung der verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten, (optische, akustische, olfaktorische, taktile .... Kommunikation) muß eigentlich jedem Menschen klar sein, daß Hunde denken und sich mitteilen können, allerdings in einer - im Vergleich zum Menschen- eingeschränkten Form. Jeder, der sich gegen diese Erkenntnis wehrt müßte zwangsläufig auch einem stummen Menschen jegliches Denken absprechen. Irrsinnigerweise lassen bestimmte Menschengruppen aber auch dieses Argument nicht zu.
Wenden wir uns nun dem Denken im eigentlichen Sinn zu. Kann unser Hund das? Wir Hundebesitzer sind uns dessen sicher, andere Menschen bestreiten diese Fähigkeit beim "dummen Hund".
Entscheidende Bedeutung innerhalb des Denkens kommt der Lernfähigkeit und der Gabe, Probleme zu lösen, zu. Problemlösung ist die Fähigkeit, Widerstände geistig zu überwinden, einzelne Informationen zu einer korrekten Antwort zusammenzusetzen oder neue Wege zu entdecken, wie bereits erlernte Informationen auf neue Situationen anzuwenden sind. (Planung eines Verhaltens, Auswahl bestimmter Verhaltensweisen, Erlernen und Abruf von Infos und Anwendung dieser Informationen auf die gegebene Situation. Hier spielt ganz stark der Begriff Intelligenz hinein.
Beispiele für Problemlösung beim Hund
Aus dem Gedanken heraus, daß Tiere, in unserem speziellen Fall Hunde, sogar sehr gut denken und lernen, entstanden verschiedene Intelligenztest für Hund. Diese verhalfen z.B. Clarence Pfaffenberger zu einem Auswahlverfahren, um Welpen auf ihre Tauglichkeit zum späteren Blindenhund zu testen. Erwiesen sich früher nur ca. 9% der ausgesuchten Welpen als Blindenhund-tauglich, sind es jetzt ca. 90%
Zu diesem Thema kann ich das Buch: "Die Intelligenz der Hunde" von Stanley Coren empfehlen