an einen hund

wie manche stunde, freund, bin ich bei dir
und suche das geheimnis zu ergründen
womit die großen, braunen lichter mir
so unaussprechlich an die seele rühren.

wie schaust du mich als stumme antwort nur
so herzbewegend anmit feuchten blicken.
dieganze schwermut aller kreatur
weiß sich in deinen augen auszudrücken.

in ihnen lebt er noch , der alte wald,
und ewig ist das rauschen seiner bäume.
und stern und blume, tier-und menschengestalt.
geh`n heimwehvoll durch deine leisen träume.

trägst du für uns das alte leid der welt?
blieb dir der geist in dämmernis gefangen?
was ist`s, daß dich im unerkannten hält
und läßt dich niemals ganz zu mir gelangen?

wie manche stunde, freund, bin ich bei dir
und suche das geheimnis zu ergründen
womit die großen, braunen lichter mir
so unaussprechlich an die seele rühren.



Verfasser unbekannt
zur Veröffentlichung übersandt von
Frau Marie-Luise August, Berlin


Danke Karin Borm für die Zusendung dieses Gedichts